Versuchsgelände Düsseldorf

Die Versuchsanlage Düsseldorf steht auf dem Gelände des Klärwerks Düsseldorf-Süd. Die Anlage gehört zu den Stadtentwässerungsbetrieben Düsseldorf.
In vielen Fällen fanden wissenschaftliche Untersuchungen auf der halbtechnischen Versuchsanlage statt. Sie besteht aus zwei voneinander unabhängigen, aber baugleichen Reinigungsstraßen. Eine sog. Referenzstraße hat ein Gesamtvolumen von 39,5 m³, demgegenüber verfügt die Anlage über eine Versuchsstraße, welche aufgrund von Einbauten (Heizkreislauf) ein Gesamtvolumen von 38 m³ besitzt. Die Nachklärung hat ein Volumen von 6,5 m³. Eine Vorklärung wird nicht genutzt, da das verwendete Abwasser aus dem Ablauf Vorklärung des Klärwerks Düsseldorf Süd entnommen wird. Bild 1 zeigt ein Fließschema der Versuchsanlage Düsseldorf



Fliessschema Düsseldorf

Die Denitrifikationszone ist von der Nitrifikationszone durch eine Wand aus Querbalken abgetrennt. Die Wand besitzt an der Beckensohle eine ca. 20 cm große Öffnung zum Unterströmen, so dass ein Austausch zwischen beiden Teilen des Belebungsbeckens stattfinden kann. Das Verhältnis zwischen Denitrifikation und Nitrifikation beträgt aktuelle 50:50. Durch die variablen Querbalken kann das Verhältnis geändert werden. Der Überschussschlamm wird an der Beckensohle durch mehrere über die Länge des Beckens gleichmäßig verteilte Öffnungen abgezogen. Der Abzug des Überschussschlamms erfolgt mittels einer zeitgesteuerten Pumpe. Die Versuchsstraße A2 ist für eine Temperierung einzelner Versuchsreihen auf maximal 30 °C ausgelegt. Als Wärmeenergiequelle dient die Heizungsanlage der Versuchshalle Düsseldorf.




Messtechnik

Auf der Versuchsanlage Düsseldorf kann auf eine breite Palette an Messtechnik sowohl kontinuierlich als auch durch automatische Probenahme zurückgegriffen werden. Die Zu- und Abläufe können mittels automatischer Probenehmer als 24h-Mischprobe an jedem Versuchstag beprobt werden. Die Volumenströme (Qzu, QRÜ, QIR) in den Rohrverbindungen und Schläuchen können über magnetisch-induktive Durchflussmessung überwacht werden. An kontinuierlicher Messtechnik stehen auf der Versuchsanlage Düsseldorf die Messung von Sauerstoff, Trockensubstanzgehalt, Temperatur, pH-Wert (Hach-Lange) in der Belebung, die Bestimmung von Ammoniumstickstoff (ionenselektiv, WTW) und Temperatur in den Zu- und Abläufen sowie die Messung von Orthophosphatphosphor (photometrisch, Hach-Lange), CSB, AFS, NO3-N (spektralanalytisch, S:CAN Messtechnik) in den Abläufen zur Verfügung. Im Zulauf kann außerdem noch der spektrale Absorptionskoeffizient (SAK) erfasst werden. In Bild 2 sind alle Messpunkte in einer Reinigungsstraße aufgezeigt. Text_grafik_02_small